Textilveredler/in

Textilveredler[1] sind insbesondere für das Bleichen, Färben, Bedrucken, Appretieren[2] und Beschichten von zahlreichen Textilien, wie z.B. Strick- und Wirkartikel, Fasern, Garn, Gewebe, Maschenstoff, Tuf­tingware oder Vlies zuständig. In den Veredlungsabteilungen von Spinnereien, Webereien, Wirke­reien und Stickereien lassen die Textilveredler unter Anwendung diverser chemischer und physika­lischer Vorgänge zahlreiche zum Teil selbst hergestellte Veredlungsmittel wie z.B. Appreturmittel, Druckpasten, Farblösungen oder Beschichtungsmassen in den Veredlungsprozess einfliessen und überwachen diesen. Dabei führen sie zumeist computergesteuerte Umrechnungen durch und leisten auch Präzisionsarbeit, damit das benötigte Muster entstehen kann.

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Textilveredler sind somit sowohl für die Farbe, den Griff und das Druckdessin von Textilien als auch für den Flor und den Glanz sowie für die mottensichere und fleckabweisende Ausrüstung von diversen Textilien verantwortlich. Die Instandhaltung (Einrichten, Vorrichten, Umrüsten sowie die Behebung von kleineren Störungen) der im Zuge des Veredlungsprozesses eingesetzten zumeist computergesteuerten Maschinen gehört ebenfalls zu den Aufgaben von Textilveredlern.

Im Rahmen der Qualitätssicherungen, die unteranderem die Überprüfung der Beschichtungsqualität, der Waschbeständigkeit sowie der Lichtechtheit der Trägermaterialien beinhaltet, ist ausserdem der Einsatz zahlreicher optischer Messungen und diverser Messverfahren unabdinglich. Erforderlich sind neben einem technischen Verständnis auch ein ausgeprägter Sinn für Farben und Formen. Künftige Textilveredler sollten zudem über ausreichend Beobachtungs- und Organisationsfähigkeiten sowie manuellem Geschick und einer exakten, sorgfältigen Arbeitsweise verfügen.

Das Handwerk des Textilveredlers, welches ursprünglich dem des Färbers zugehörig war, wird heute in der Schweiz als einer von fünf Schwerpunkten des Berufs Textiltechnologe erlernt. Die Ausbildung zum Textiltechnologen mit Schwerpunkt Veredlung dauert drei Jahre und schliesst mit dem Eidge­nössischen Fähigkeitszeugnis ab. Ferner sind heut auch Laboranten EFZ für die Entwicklung von tex­tilen Veredlungsmitteln und entsprechenden Chemikalien verantwortlich (vgl. hierzu den Beitrag zu Textillaborant/in).

 

 

[1] Für bessere Lesbarkeit wird im weiteren Text nur die männliche Form verwendet. Alternative Schreibweise: Textilveredlerin.

[2] Appretieren ist ein Begriff für verschiedene mechanische und chemische Veredlungsprozesse, mit welchen den gebleichten, gefärbten oder bedruckten Textilien das gewünschte Aussehen und die geforderten Eigen­schaften (z.B. knitterfrei, wasserabstossend, flammfest, bügelfrei) verliehen werden (vgl. ASTI, 1990, S. 10).

 

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Literatur

Arbeitgeberverband der Schweizerischen Textilveredlungs-Industrie / ASTI: Textilveredler/Textil­veredlerin, Zürich 1990.

www.berufenet.arbeitsagentur.de → Eintrag Textiltechnologe/-login, abgerufen am 26.1.2018.

www.berufsberatung.ch → Eintrag Textiltechnologe/-login, abgerufen am 26.1.2018.


Gefährdung
Ausgestorben
Verbreitung
Ausführende
> 50
13 Herstellung von Textilien
1330 Veredlung von Textilien und Bekleidung

Formalisierte Aus-/Weiterbildung

Handwerksberuf Ja

Beruf Textiltechnologe/-technologin EFZ

Fachrichtung Veredlung

Berufsnummer 26304

Lernende 7

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