Steinhauer/in

Das Handwerk des Steinhauers[1] entspricht heute dem Beruf des Steinmetzes, der nach einer vierjäh­rigen Ausbildung zum einen für die Renovation von alten Steinbauten zuständig ist und zum anderen Gebäudeteile aus Naturstein herstellt (für mehr Information vgl. hierzu den Eintrag zum Steinmetz). Zwischen Steinmetzen, Steinhauern und Maurern wurde allerdings bereits im Mittelalter vielfach nicht unterschieden. Das Steinbaugewerbe wurde im deutschsprachigen Raum häufig unter der Be­rufsbezeichnung „Steinhauer und Maurer“ geführt. Die Gewinnung der Steine im Steinbruch wurde deshalb oft von Steinhauern und Maurern vorgenommen.

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Im Zuge der Städtegründung im Hoch-und Spätmittelalter folgte alsbald die Organisation der Bau­handwerker in Zünften und Bruderschaften. Zum Steinbaugewerbe kamen weitere Hilfsgewerbe da­zu, wie z.B. jenes der Steinbrecher. Neben dem zünftig organisierten Bauhandwerk entwickelte sich allmählich auch ein gewinnorientiertes Unternehmertum. So wurden bereits 1478 beim Bau der Zu­ger St. Oswaldskirche Bauaufträge durch Lohnarbeiter im Akkord ausgeführt. Im 19. Jahrhundert mit der Auflösung der Zünfte konnte zwar die Wanderschaft im Baugewerbe grösstenteils nicht mehr aufrechterhalten werden, zugleich jedoch erhielten die Mechanisierung und Rationalisierung im Bau­gewerbe Einzug. Besonders der Einsatz von motorbetriebenen Baumaschinen und Bauten aus vorge­fertigten Betonelementen einerseits und der demografische und wirtschaftliche Wachstum ander­seits verhalfen dem Baugewerbe im 19. Jahrhundert zu mehr volkswirtschaftlicher Bedeutung. Mit dem Bau der Nationalstrassen im 20. Jahrhundert gehörte die Bauwirtschaft in der Schweiz schlies­slich zu den wichtigsten Pfeilern des volkswirtschaftlichen Wachstums und ist heute immer noch bedeutend für die Volkswirtschaft.

 

[1] Für bessere Lesbarkeit wird nur die männliche Form verwendet. Alternative Schreibweise: Steinhauerin.

 

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Literatur

Griessinger Andreas: Mauer, Dachdecker und Zimmerleute, in: Reith Reinhold (Hg.): Das alte Handwerk. Von Bader bis Zinngiesser, München 2008, S. 146-153.

Stiewe Heinrich: Zimmerleute, Steinmetze, Mauer und Co., in: Sauer Christine (Hg.): Handwerk im Mittelalter, Darmstadt 2012, S. 159-172.

Lüthi Christian: Baugewerbe, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), abgerufen am 30.07.2018.

www.berufsberatung.ch → Eintrag Steinmetz/in, abgerufen am 14.08.2018.


Gefährdung
Mittlerer Gefährdungsgrad
Verbreitung
ganze Schweiz
Ausführende
> 50
23 Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden
2370 Be- und Verarbeitung von Naturwerksteinen und Natursteinen a. n. g.

Formalisierte Aus-/Weiterbildung

Handwerksberuf Ja

Beruf Steinmetz EFZ (Berufsfeld Steinbearbeitung)

Fachrichtung

Berufsnummer 39204

Lernende 44

Kontakt

Verband Schweizer Bildhauer- und Steinmetzmeister VSBS
Birkenweg 38
3123 Belp
Tel.: +41 31 819 08 20
E-Mail: vsbs@vsbs.ch
www.vsbs.ch

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