Spanschachtelmacher/in

Bereits die Wikinger und die Kelten fertigten Gefässe aus Holz. Vom Mittelalter bis in das 20. Jahrhundert waren neben den Körber insbesondere die Spanschachtelmacher für die Herstellung von Trockengüterverpackungen zuständig. Bevor zunehmend Karton, Blech und Kunststoff als Verpackungsmaterial eingesetzt wurden, stellten Spanschachtelmacher meist in Heimarbeit diverse biologisch abbaubare Verpackungen aus Holzspänen her. Zu ihren Produkten gehörten unter anderem Schmuck- und Pillendosen, Brautkranzschachteln sowie Violinkoffern. Zu deren Herstellung spalteten sie das Holz zunächst in Schindeln ab, schnitten diese in die richtige Länge und liessen sie mehrstündig kochen, um sie daraufhin in entsprechende Modelle zu biegen. In Anschluss daran erfolgte in der Regel das Bemalen der Spanschachteln, das meist von Spanschachtelmalern bzw. Spanschachtelmalerinnen vorgenommen wurde.

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Dadurch, dass heute insbesondere Karton, Blech, Plastik und Kunststoff als Verpackungsmaterial dienen, finden Spannschachten zumeist nur noch als Geschenk Verwendung. So gehört das Handwerk der Spanschachtelmacher heute in der Schweiz zu den hochgefährdeten Handwerken. Die Holzspankunst allerdings findet weltweit weiterhin Anklang. Es finden regelmässig Kunstaustellungen mit Schwergewicht auf Gestaltungskünste von Spanschachteln in unterschiedlichen Ländern statt. Zu den Ausstellungsorten gehörten bisweilen das Freilichtmuseum Ballenberg, das Casino Bern, das Landhaus Solothurn, München und das Compiègne in der Nähe von Paris.

 

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Literatur

www.sueddeutsche.de → Eintrag „die bayerische tupperware“, abgerufen am 1.2.2019

www.kulturgutstiftung.ch → Eintrag „Holzspan“, abgerufen am 1.2.2019.


Gefährdung
Hoher Gefährdungsgrad
Verbreitung
deutschsprachige Schweiz,
Ausführende
5 - 10
16 Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel)
1629 Herstellung von Holzwaren a. n. g, Kork-, Flecht- und Korbwaren (ohne Möbel)

Formalisierte Aus-/Weiterbildung

Handwerksberuf Nein

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