Skibauer/in

Der Skibauer[1] bearbeitet mit Hilfe von CNC-gesteuerten Anlagen und Handwerklichem Geschick unter anderem Holz, Kunststoff, Metall und Fiberglas in unterschiedlichsten Arbeitsvorgängen zu Ski und Snowboards. Zu den Aufgaben von Skibauern gehören ferner das Fräsen und Schleifen der Ski­kanten, das Bedrucken der Ski mit dem jeweiligen Design und die fachgerechte Bindungsmontage so­wie die Ausführung von allfälligen Servicearbeiten. Daher verfügen Skibauer sowohl über handwerkli­chem Geschick als auch über technisches Verständnis und ein gutes Vorstellungsvermögen.

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Zur Erhöhung der beruflichen Perspektiven von Skibauern ist dessen Handwerk seit 2014 als eigene Fachrichtung in den Schreiner-Beruf integriert (Berufsbezeichnung: Schreiner/in EFZ, Fachrichtung Skibau). Seither erhalten die Lernenden zusätzlich im Bereich Schreinerei eine vertiefte praktische Ausbildung, indem sie in den ersten drei Ausbildungsjahren für insgesamt sechs Monaten in Schrei­nereien praktizieren. Nach der vierjährigen Ausbildung als Schreiner/in EFZ, Fachrichtung Skibau, fin­den die Ausgebildeten zumeist als Vorarbeiter in Skifabrikationen, im Skiverkauf, als Skiservicespezia­list, Ski-Instrukteur oder Ski-Trainer sowie im Bereich Rennservice und Bindungsmontage Anstellung.

Das Handwerk der Skibauer, das heute unter der Berufsbezeichnung Schreiner geführt wird, hat sei­nen Ursprung im 18. Jahrhundert in der norwegischen Provinz Telemark. Von dort aus traten die Ski­er, die in Skandinavien laut der archäologischen Fund-Lage bereits in der Steinzeit bekannte waren, ihren Siegeszug nach Mitteleuropa, Amerika und Australien an. Für deren Popularität in der Schweiz sorgte allerdings der Glaruser, Christoph Iselin, der im Jahre 1893 am Pragelpass ein Rennen organi­sierte, wonach die bis anhin von den einheimischen Jägern, Förstern und Bauern benutzten Schnee­reifen und Fassdauben den norwegischen Skis deutlich unterlagen.

Als Anfangs des 19. Jahrhunderts schliesslich der Schweizerische Skiverband SSV (heute Swiss-Ski) gegründet wird und daraufhin auch die eidgenössische Armee auf den Ski als Fortbewegungsmittel setzt, wird der Grundstein für eine rasante Weiterentwicklung im Skisport gelegt. So gehörte nach dem 1. Weltkrieg der Skisport zu den beliebtesten Winteraktivitäten im Lande und der Tourismus lässt nicht lange auf sich warten. Stationen wie St. Moritz, Arosa, Davos,Engelberg, Grindelwald, Les Avants, Château d'Oex, Interlaken oder Zweisimmen teilen sich bereits 1950 das internationale Gästesegment[2]. Zugleich entstehen etliche skiproduzierende Schreinereien, die sich allmählich zu grösseren Skiproduzenten (z.B. Authier, Schwendener, Attenhofer) entwickeln und heute zum Teil in Nischenmärkten, wie z.B. im Bereich Tourenbindungen oder Exklusivskis, mitwirken. Im internationa­len Wettbewerb dagegen kann lediglich Stöckli, nicht zuletzt aufgrund zahlreicher Innovationen, be­stehen. Für den Fortbestand des Skisports weltweit gehören ebenfalls zahlreiche Innovationen (Mo­noski, Skating-Langlaufski, Snowboard, Carving-Ski) dazu, die insbesondere in den 80er und 90er Jah­ren stattfinden.

 

[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im weiteren Text nur die männliche Form verwendet. Alternative Schreibweise: Skibauerin.

[2] „Die Schattenseiten dieser Entwicklung sind eine einseitige wirtschaftliche Abhängigkeit, grosse Eingriffe in das sensible alpine Ökosystem und eine veränderte Siedlungsstruktur (Verstädterung, Zweitwohnungsbau)“ (Müller, 2018).

 

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Literatur

Müller Reto: Skisport, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), abgerufen am 28.07.2018.

Santschi Stefphan: Ausbildung: Skibauer erweitert Horizonte, in: Luzerner Zeitung, abgerufen am 28.07.2018.

www.berufsberatung.ch → Eintrag Schreiner/in EFZ, abgerufen am 22.06.2018.

www.wagner-skibauer.ch → Berufsbild Skibauer, abgerufen am 28.07.2018.


Gefährdung
Mittlerer Gefährdungsgrad
Verbreitung
deutschsprachige Schweiz
Ausführende
20 - 25
30 Sonstiger Fahrzeugbau
3099 Herstellung von sonstigen Fahrzeugen a. n. g.

Formalisierte Aus-/Weiterbildung

Handwerksberuf Ja

Beruf Schreiner/in EFZ

Fachrichtung Skibau

Berufsnummer 30513

Lernende 6

VSSM Fachgruppe Wagner und Skibauer
Gladbachstrasse 80
8044 Zürich
Tel.: +41 44 267 81 00
E-Mail: wagner@vssm.ch
www.wagner-skibauer.ch/de/wagner-skibauer/skibauer-lernen

Stöckli Swiss Sports AG
Skifabrik
Kommetsrüti 7
6110 Wolhusen
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E-Mail: info@stoeckli.ch
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