Sargmacher/in, Sargschreiner/in

Bei den Sargmachern[1] handelt es sich um Schreiner, die hauptsächlich für die Fertigung von Särgen  aus Holz zuständig sind. Sargmacher sind im 21. Jahrhundert allerdings eher selten am Werk, denn die Herstellung von Särgen erfolgt heute zumeist in Fabriken, wie z.B. bei der Hans Gerber AG in Lin­dau, die sowohl im Sargherstellungs- als auch im Bestattungsgeschäft tätig ist.

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Diese Doppelfunktion war bis in den Sechzigerjahren weit verbreitet; Die Schreiner waren damals oft auch Sargmacher, die zugleich das Einsargen der Toten vornahmen. Damals wurde allerdings verstärkt Wert auf die indivi­duellen Wünsche der Verstorbenen bzw. ihrer Hinterbliebenen gelegt und so war die Anfertigung individueller Sargmodelle verziert mit Schnitzereien und Ornamente üblich.

Dennoch ging die Sargherstellung, die zumeist nach dem Abmessen der Toten erfolgte[2], schon in frü­heren Zeiten, d.h. vor der industriellen Herstellung von Särgen, rasch von statten und durfte meist nicht teuer sein. Deshalb wurde dafür oft eher unansehnliches Holz verwendet, das entsprechend verarbeitet wurde. Im Anschluss darauf wurde der Sag mit Teer ausgegossen und ausreichend verkit­tet, so dass er dicht war.

Heute werden die Särge in der Schweiz zum Teil auch im Rahmen von Teillohnprojekten aus Sperr­holzplatten geschnitten, geschliffen, lackiert, zusammengeleimt und im Anschluss mit Sägespänen sowie weissem Stoff gefüttert. Importierte Särge aus dem Ausland, wie z.B. Polen, sind ebenfalls gebräuchlich.

 

[1] Für bessere Lesbarkeit wird nur die männliche Form verwendet. Alternative Schreibweise: Sargmacherin.

[2] Heute beträgt die übliche Sarglänge 185 bis 200 Zentimeter und das Abmessen der Toten wird lediglich bei Spezialanfertigungen vorgenommen.

 

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Literatur

Girtler Roland: Sommergetreide: Vom Untergang der bäuerlichen Kultur, Bader bis Zinngiesser, Wien 1996, S. 130-133.

Kaiser Hermann: Schreiner, Tischler, Ebenisten, in: Reith Reinhold (Hg.): Das alte Handwerk. Von Bader bis Zinngiesser, München 2008, S. 211-217.

www.berufsberatung.ch → Eintrag Schreiner/in EFZ, abgerufen am 22.06.2018.

https://www.südostschweiz.ch → Das diskrete Geschäft der Sargmacher, abgerufen am 05.09.2018

https://www.tagesanzeiger.ch/zuerich → Bei den Sargmachern in Oerlikon, abgerufen am 05.09.2018.


Gefährdung
Geringer Gefährdungsgrad
Verbreitung
ganze Schweiz
Ausführende
> 50
16 Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel)
1624 Herstellung von Verpackungsmitteln, Lagerbehältern und Ladungsträgern aus Holz

Formalisierte Aus-/Weiterbildung

Handwerksberuf Nein

Die Grundausbildung zum Schreiner/zur Schreinerin EFZ wird an folgenden Standorten angeboten:

 

VSSM Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten
Gladbachstrasse 80
8044 Zürich
Tel.: +41 44 267 81 00
E-Mail: berufsbildung@vssm.ch
www.vssm.ch

 

Stiftung LBB Lehrbetriebe Basel
Nonnenweg 68
Postfach
4012 Basel
Tel.: +41 61 295 24 44
E-Mail: schreinerei@lbb.info
www.lbb.info

 

Technische Fachschule Bern
Standort Felsenau
Felsenaustrasse 17
3004 Bern
Tel.: +41 31 337 37 06
E-Mail: info@tfbern.ch
www.tfbern.ch

 

Engadiner Lehrwerkstatt für Schreiner
Promulins 14
7503 Samedan
Tel.: +41 81 851 09 90
E-Mail: schreiner@lehrwerkstatt.ch
www.lehrwerkstatt.ch

 

LWZ Lehrwerkstätte für Möbelschreiner
Gerechtigkeitsgasse 12
Postfach
8001 Zürich
Tel.: +41 44 287 22 00
E-Mail: info@bbzlw.ch
www.bbzh.ch/lwz 

 

Nicht formalisierte Aus-/Weiterbildung

Kurszentrum Ballenberg
Diverse Kurse in Schreinerei und Holzbearbeitung, Niveau Anfänger bis Fortgeschrittene.
Für aktuelle Kurse s. Rubrik "Holz".
Tel.: +41 33 952 80 40
E-Mail: info@ballenbergkurse.ch
www.ballenbergkurse.ch

Kontakt

VSSM Verband Schweizerischer Schreinermeister und Möbelfabrikanten
Gladbachstrasse 80
8044 Zürich
Tel.: +41 44 267 81 00
E-Mail: info@vssm.ch
www.vssm.ch

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