Säger/in

Nach einer dreijährigen Ausbildung sind Säger[1] für die Verarbeitung des Rundholzes zu Brettern, Balken, Leisten und Latten zuständig. Mit der Hilfe von computergesteuerten Maschinen sowie elek­tronisch gesteuerten Förderanlagen (z.B. Säge-, Entrindungs-, Förder- und Sortieranlagen) und zum Teil auch von Hand wird das aus dem Wald angelieferte Rundholz zunächst kontrolliert und sortiert. Danach wird es auf die gewünschte Längen zersägt. Das auf diese Weise verarbeitete Holz wird meist frisch ab Maschine an die Holzbauindustrie, an Hobel- und Leimwerken, an die Holzverpackungs- und Palettenindustrie und an Schreinereien verkauft. Oft wird das verarbeitete Holz auch zwischengela­gert und fachgerecht getrocknet. Für all diese Arbeiten sind neben ausreichender Körperkraft und Beweglichkeit auch handwerkliches und technisches Geschick sowie eine hohe Teamfähigkeit not­wendig.

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Insbesondere Körperkraft, Beweglichkeit und Teamfähigkeit waren im Mittelalter unabdingbar, ob­schon bereits im 13. und 14. Jahrhundert wassergetriebene Sägemühlen (Schneidemühlen) im Ein­satz waren. Die Säger (auch Brettschneider genannt) waren im deutschsprachigen Raum bis im 18. Jahrhundert in kleinen Gruppen, sogenannte Trupps, unterwegs und wurden von Zimmerleuten sowie Bauverantwortlichen angeworben. In tagelanger mühsamer Arbeit schnitten sie Balken und Bretter. Häufig wurden sie dabei tatkräftig von Zimmerleuten unterstützt. Die Bretter wurden typi­scherweise auf zwei hölzerne Sägeböcke positioniert und mit der Hilfe einer langen Säge (z.B. Rah­mensäge, Schottsäge) der Länge nach aufgetrennt. Dabei stand typischerweise ein Säger oben auf den Balken, während sich ein anderer in der Grube befand und die Säge nach unten zog. Mit geball­ter Kraft und ohne Einsatz von Maschinen konnten so grosse Balken entsprechend bearbeitet wer­den.

 

[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im weiteren Text nur die männliche Form verwendet. Alternative Schreibweise: Sägerin.

 

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Literatur

Stiewe Heinrich: Zimmerleute, Steinmetze, Mauer und Co., in: Sauer Christine (Hg.): Handwerk im Mittelalter, Darmstadt 2012, S. 160.

www.berufsberatung.ch → Eintrag Säger/Sägerin, abgerufen am 31.07.2018.


Gefährdung
Geringer Gefährdungsgrad
Verbreitung
ganze Schweiz
Ausführende
> 50
16 Herstellung von Holz-, Flecht-, Korb- und Korkwaren (ohne Möbel)
1610 Säge-, Hobel- und Holzimprägnierwerke

Formalisierte Aus-/Weiterbildung

Handwerksberuf Ja

Beruf Säger/in Holzindustrie EFZ

Fachrichtung

Berufsnummer 30003

Lernende 39

Kontakt

Holzindustrie Schweiz
Mottastrasse 9
3000 Bern 6
Tel.: +41 31 350 89 89
E-Mail: admin@holz-bois.ch
www.holz-bois.ch

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