Nieter/in

Genietete Metallobjekte finden sich bereits sehr früh. Aus der Bronzezeit stammende Kunstwerke aus Metall zeugen von fortgeschrittener Technik und grossem Können der Handwerker im Bereich der Metallverarbeitung. Um Metalle miteinander zu verbinden, wurde daher bereits früh sowohl ge­nietet und gelötet als auch geschweisst und geschraubt. Nieten allerdings blieben noch bis weit in das 18. Jahrhundert eine der besseren und billigeren Lösungen, obwohl im 16. Jahrhundert allmäh­lich metallene Schrauben aufkamen. Deren Herstellung war allerdings sehr schwierig und aufwendig, da das Schraubengewinde zunächst nach Augenmass gefeilt wurde, was die frühen Schrauben zu un­wirtschaftlichen und häufig nicht befriedigenden Verbindungselementen machte.

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Erst im 19. Jahrhundert konnten mit Hilfe von verbesserten und neu konzipierten Werkzeugen ein­wandfreie Schrauben kostengünstig produziert werden. Seither dient die Schraube zwar als primäres Verbindungselement, dennoch werden teilweise Bauteile immer noch mittels unterschiedlichen Niet­verbindungen zusammengefügt. Es überrascht daher, dass es weder in der Schweiz noch in Deutsch­land eine rechtlich geregelte Ausbildung für die Tätigkeit als Nieter[1] gibt.

Nieter arbeiten heutzutage hauptsächlich in Betrieben der Metall- und Elektrobranche, im Maschi­nen- und Werkzeugbau sowie im Luft- und Raumfahrtzeugbau und Schiffbau. Hierbei besteht auch höchstens die Möglichkeit sich das Handwerk „on the job“ anzueignen und überwiegend an halb- und vollautomatischen Nietmaschinen zu arbeiten und für deren Einrichtung sowie Überwachung besorgt zu sein.

 

[1] Für bessere Lesbarkeit wird im weiteren Text nur die männliche Form verwendet. Alternative Schreibweise: Nieterin.

 

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Literatur

Elkar Rainer S., Keller Katrin, Schneider Helmuth (Hg.): Handwerk. Von den Anfängen bis zur Gegenwart, Darmstadt 2014.

Neukirchen Florian: Von der Kupfersteinzeit zu den Seltenen Erden. Eine kurze Geschichte der Metalle, Berlin/Heidelberg 2016.

www.berufenet.arbeitsagentur.de → Eintrag Nieter/in, abgerufen am 12.2.2018.

 


Gefährdung
Ausgestorben
Verbreitung
Ausführende
keine Angabe möglich
25 Herstellung von Metallerzeugnissen
2594 Herstellung von Schrauben und Nieten

Formalisierte Aus-/Weiterbildung

Handwerksberuf Nein

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