Maurer/in

Nach einer dreijährigen Ausbildung sind Maurer[1] für die Erstellung von Neubauten und die Sanierung von bestehenden Bauten zuständig. Mit der Hilfe von Maschinen oder mit Handwerkzeugen (z.B. Kel­le, Richtschnur und Wasserwaage) erstellen sie sowohl Hochbauten, wie Wohnhäuser, Einkaufszent­ren, Schulanlagen als auch Tiefbauten, wie Tunnel, Brücken, Kanalisationssysteme oder Infrastruktur­bauten (z.B. Kläranlagen). Dabei setzen sie sowohl Backstein als auch Naturstein ein, tragen wenn nö­tig auch Verputz auf und nehmen bei Bedarf auch die Montage von Gerüsten vor. Für all diese Arbei­ten sind neben ausreichender Körperkraft und Beweglichkeit auch handwerkliches und technisches Geschick sowie ein gutes Vorstellungsvermögen notwendig, denn beispielsweise beim Lesen von Bauplänen, bei der Arbeitsvorbereitung oder bei der Materialbeschaffung ist Übersicht und struktu­riertes Vorgehen gefragt.

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Ähnliche Voraussetzungen waren bereits im Frühmittelalter von Nöten, als im Auftrag von Adel und Geistlichkeit und unter Anleitung von wanderden Werkmeistern Burgen und Schlösser sowie Kirchen und Köster gebaut wurden. In diesem Zusammenhang bildete sich in der Schweiz fortwährend ein qualifiziertes und wanderndes Handwerk, wie jenes der Maurer, der Steinmetzen und der Zimmer­leute. Zwischen Steinmetzen, Steinhauern und Maurern wurde allerdings vielfach nicht unterschie­den. Das Steinbaugewerbe wurde im deutschsprachigen Raum häufig unter der Berufsbezeichnung „Steinhauer und Maurer“ geführt. So wurde die Gewinnung der Steine im Steinbruch oft von Stein­hauern und Maurern vorgenommen. Im Zuge der Städtegründung im Hoch-und Spätmittelalter folgte alsbald die Organisation der Bauhandwerker in Zünften und Bruderschaften. Zum Steinbaugewerbe kamen weitere Hilfsgewerbe dazu, wie z.B. jenes der Steinbrecher. Neben dem zünftig organisierten Bauhandwerk entwickelte sich allmählich auch ein gewinnorientiertes Unternehmertum. So wurden bereits 1478 beim Bau der Zuger St. Oswaldskirche Bauaufträge durch Lohnarbeiter im Akkord ausge­führt. Im 19. Jahrhundert mit der Auflösung der Zünfte konnte zwar die Wanderschaft im Baugewer­be grösstenteils nicht mehr aufrechterhalten werden, zugleich jedoch erhielten die Mechanisierung und Rationalisierung im Baugewerbe Einzug. Besonders der Einsatz von motorbetriebenen Bauma­schinen und Bauten aus vorgefertigten Betonelementen einerseits und der demografische und wirt­schaftliche Wachstum anderseits verhalfen dem Baugewerbe im 19. Jahrhundert zu mehr volkswirt­schaftlicher Bedeutung. Mit dem Bau der Nationalstrassen im 20. Jahrhundert gehörte die Bauwirt­schaft in der Schweiz schliesslich zu den wichtigsten Pfeilern des volkswirtschaftlichen Wachstums und ist heute immer noch bedeutend für die Volkswirtschaft.

 

[1] Für bessere Lesbarkeit wird nur die männliche Form verwendet. Alternative Schreibweise: Maurerin.

 

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Literatur

Griessinger Andreas: Mauer, Dachdecker und Zimmerleute, in: Reith Reinhold (Hg.): Das alte Handwerk. Von Bader bis Zinngiesser, München 2008, S. 146-153.

Stiewe Heinrich: Zimmerleute, Steinmetze, Mauer und Co., in: Sauer Christine (Hg.): Handwerk im Mittelalter, Darmstadt 2012, S. 159-172.

Lüthi Christian: Baugewerbe, in: Historisches Lexikon der Schweiz (HLS), abgerufen am 30.07.2018.

www.berufsberatung.ch → Eintrag Maurer/in, abgerufen am 14.08.2018.


Gefährdung
Geringer Gefährdungsgrad
Verbreitung
ganze Schweiz
Ausführende
> 50
43 Vorbereitende Baustellenarbeiten, Bauinstallation und sonstiges Ausbaugewerbe
439903 Maurerarbeiten

Formalisierte Aus-/Weiterbildung

Handwerksberuf Ja

Beruf Maurer/in EFZ

Fachrichtung

Berufsnummer 51006

Lernende 3595

Schweizerischer Baumeisterverband SBV
Grund- und Weiterbildung
Weinbergstrasse 49
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8042 Zürich
Tel.: +41 44 258 83 38
E-Mail: berufsbildung@baumeister.ch
www.bauberufe.ch

Handwerk in der Denkmalpflege
Der zweijährige berufsbegleitende Weiterbildungs-Lehrgang führt zum Eidgenössischen Fachausweis Handwerker/in in der Denkmalpflege, Fachrichtung Mauerwerk/Verputz.
Der nächste Lehrgang beginnt im März 2017, Anmeldeschluss 15. Januar 2017.
E-Mail: info@handwerkid.ch
www.handwerkid.ch

Material und Form im Handwerk
Der zweijährige berufsbegleitende Weiterbildungs-Lehrgang bereitet auf die Berufsprüfung Gestalter/in im Handwerk vor.
Der nächste Lehrgang beginnt im Januar 2017.
E-Mail: admin@bzs-surselva.ch
www.bzs-surselva.ch

Nicht formalisierte Aus-/Weiterbildung

Kurszentrum Ballenberg
Die Kurse „Mauern“ und „Historisches Mauerwerk“ vermitteln die Grundtechniken des Handwerks. Für aktuelle Kurse s. Rubrik „Bau“.
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