Kupferschmied/in

Kupfer war, wie der Name es vermuten lässt, früher das hauptsächliche Rohmaterial des Kupferschmiedes*, doch ist es schon seit langem bei weitem nicht mehr das einzige: Der Kupferschmied verarbeitet auch Kupferlegierungen (Bronze, Messing, Tombak) und heutzutage je länger je mehr Aluminium, Chromstahl und Kunststoff.

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Die traditionelle Arbeitsmethode des Kupferschmiedes besteht aus Treiben und Hämmern des Metalles. Hauptsächliche Erzeugnisse waren bis ca. zur Mitte des 20. Jahrhunderts Gebrauchsgegenstände wie Kessel, Töpfe oder Krüge, daneben wurden auch Waffen, Schmuck, Ziergefässe und Skulpturen hergestellt. Heute sind Kupferschmiede vor allem im Apparate- und im Rohrleitungsbau tätig, ein weiteres wichtiges Berufsfeld ist die Herstellung und Wartung von Wärmeanlagen. Die zu verfertigenden Metallgegenstände werden zuerst gezeichnet und die Masse der Bleche, die als Ausgangsmaterial dienen, werden berechnet. Handwerkliches Geschick ist erforderlich, um nach dem Zuschneiden der Bleche das Material mittels Blechrundwalze, Abkantpresse und Rohrbiegemaschine in die gewünschten Formen zu bringen. Das Endprodukt, zum Beispiel eine Rohrleitung, entsteht schliesslich, indem die geformten Einzelteile durch Schweissen oder Löten oder auch durch Nieten und Falzen miteinander verbunden werden. Kupferschmiede sind in vielen Betrieben, insbesondere der Chemie-, Pharma- und Lebensmittelindustrie, gefragte Betriebshandwerker. Sie überwachen die Fabrikationsanlagen und führen Reparaturen aus. Künstlerisch und gestalterisch begabte Kupferschmiede können sich auf den kunstgewerblichen Bereich ihres Berufes spezialisieren; sie stellen in erster Linie handgearbeitete Zierstücke her, von Gefässen über Schmuck bis hin zu Figuren.

Das Handwerk des Kupferschmieds kann über die reguläre Berufsbildung in der Schweiz heute nicht mehr erlernt werden. Als Grundlage empfiehlt sich eine Ausbildung zu einem metallverarbeitenden Beruf, zum Beispiel zum Metallbauer EFZ (4 Jahre), Metalldrücker EFZ (4 Jahre) oder Metallbaupraktiker EBA (2 Jahre).

 

Geschichte

Die Kupferschmiedekunst ist eines der ältesten metallverarbeitenden Handwerke der Menschheitsgeschichte. Bereits um 5000 v. Chr. wurde Kupfer von den Ägyptern abgebaut und verarbeitet. Besonders reiche Vorkommen gab es auf der Insel Zypern, der es denn auch den Namen gegeben hat; unser Wort „Kupfer“ wiederum leitet sich ab von der lateinischen Bezeichnung „aes cyprium“ („zyprisches Erz“). [Bezüglich der Etymologie des Inselnamens sind sich die Sprachforscher allerdings nicht einig. Vgl. z.B. Erich Neu 1995/1996.] Ebenfalls bereits sehr früh wurde entdeckt, dass das sehr weiche Metall Kupfer durch die Beimengung anderer Metalle härter und widerstandsfähiger gemacht werden konnte. Die wichtige Legierung Bronze zum Beispiel erhält man durch Zugabe von Zinn, Messing durch Zugabe von Zink.

Nach der ersten Blüte in der Antike erreichte die Kupferschmiedekunst nach dem Untergang des römischen Reiches erst im 9. Jahrhundert wieder einen hohen Stand, wovon insbesondere kirchliche Geräte, hergestellt aus starkem Kupferblech und meist vergoldet, zeugen. Ab dem 14. Jahrhundert stellten Kupferschmiede zunehmend auch Gebrauchsgegenstände her, und im Zeitalter des Barock wurde Kupfer für die Plastik entdeckt: Auf hölzerne Grundformen wurden Kupferplättchen gehämmert.

Mit der zunehmenden Verdrängung von Kupfer als Material für Gebrauchsgegenstände seit Mitte des 20. Jahrhunderts geriet die Kupferschmiedekunst in Bedrängnis. Traditionelle Kupferschmiede, die früher von der Herstellung von Tellern, Schüsseln, Kesseln, Pfannen, Waschbecken und anderen Haushaltsgegenständen lebten, finden heute kaum noch ein Auskommen.

* Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird nur die männliche Form verwendet.

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Literatur

Seeberger Marcus: Der Kupferschmied. In: Hugger Paul (Hg.): Sterbendes Handwerk, Heft 21, Basel 1969.

Rzepka Joachim (Hg.): Das grosse Lexikon der Berufe, Braunschweig 1984, S. 336-337.

Neu Erich: Zur Herkunft des Inselnamens Kypros, Glotta, 73. Bd., 1./4. H. (1995/1996), S. 1-7.


Gefährdung
Mittlerer Gefährdungsgrad
Verbreitung
ganze Schweiz
Ausführende
15 - 20
24 Metallerzeugung und -bearbeitung
2444 Erzeugung und erste Bearbeitung von Kupfer

Formalisierte Aus-/Weiterbildung

Handwerksberuf Nein

Nicht formalisierte Aus-/Weiterbildung

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