Hornschnitzer/in, Horndrechsler/in

Hornschnitzer und Horndrechsler[1] verarbeiteten unteranderem die Hörner des Rindes, des Büffels, der Ziege, der Antilope, des Gnus und der Gazelle zu Luxus- und Gebrauchsgegenständen, wie Pfeif­fenröhren, Knöpfe, Ringe sowie Stock- und Schirmgriffe und dergleichen.

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Als Drechslermaterial dienten dabei insbesondere die Hornspitzen, die durch Biegen, Pressen und Löten in geeigneter Form bearbeitet wurden.

Die Hohlstücke des Horns allerdings durchliefen einen intensiven Zubereitungsprozess von Schrotten, Kochen, Erweichen und Geradebiegen bis hin zu Pressen und Löten, bevor sie zu Haarnadeln, Schuh­löffeln, Waagschalen, Türgriffe sowie Löffel und Gabeln verarbeitet wurden.

Das Schleifen, Polieren und Verzieren mittels eines Golddrahtes oder vergoldetem Kupferdraht stell­ten weitere Arbeitsschritte bei der Herstellung von Horngegenständen dar, die in der heutigen Zeit jedoch selten Anwendung finden, da anstelle von Horn zumeist Kunststoff eingesetzt wird. Dies ist auch der wichtigste Grund, weshalb das Handwerk des Hornschnitzers und Horndrechslers heute zu den hoch gefährdeten Handwerken in der Schweiz zählt (vgl. hierzu auch den Eintrag zu Beinschnitzer/in, Beindrechsler/in, Hornschnitzer/in).

 

[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im weiteren Text nur die männliche Form verwendet.

 

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Literatur

Palla Rudi: Verschwundene Arbeit. Das Buch der untergegangenen Berufe, Frankfurt am Main 2010, S. 104-106.

 


Gefährdung
Hoher Gefährdungsgrad
Verbreitung
ganze Schweiz
Ausführende
10 - 15
23 Herstellung von Glas und Glaswaren, Keramik, Verarbeitung von Steinen und Erden
2399 Herstellung von sonstigen Erzeugnissen aus nichtmetallischen Mineralien a. n. g.

Formalisierte Aus-/Weiterbildung

Handwerksberuf Nein

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