Feuerverzinker/in

Der Feuerverzinker[1] bedient sich bei seiner Arbeit eines Metalls, das aufgrund seines tiefen Schmelz­punktes (907°) erst spät entdeckt wurde. Mit den frühen Methoden der Verhüttung verdampfte es und der Zinkdampf oxidierte sehr schnell zu Zinkoxid, so dass es in Europa sehr lange nicht als eige­nes Metall identifiziert werden konnte (vgl. hierzu Verhütter/in). Zink bildete sich zwar hin und wie­der bereits im Mittelalter als zufälliges Nebenprodukt bei der Bleiverhütung. Zinkdampf in einem ei­gens dafür konstruierten Ofen zu Zink zu kondensieren, ohne dass das Metall gleich wieder oxidierte, gelang allerdings erst im 18. Jahrhundert. Daraufhin wurde das Metall zumeist als Bestandteil der Messing-Legierung verarbeitet (vgl. hierzu Messinggiesser/in, Gelbgiesser/in).

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Heute hingegen dient Zink insbesondere als Rostschutz: Auf der Oberfläche des verzinkten Gegen­standes entsteht durch Reaktion mit Luftsauerstoff eine dünne Schicht aus Zinkoxid und Zinkkarbo­nat. Diese Schicht bildet einen Schutzfilm, der die Korrosion der darunter liegenden Metalle verhin­dert. Insbesondere Eisen und Stahl, die besonders rostanfällig sind, werden sehr häufig durch das Verzinken geschützt, indem sie in geschmolzenes Zink eingetaucht werden.

Ins Zinkbad getaucht werden Metallobjekte aller Grössen und verschiedenster Verwendungszwecke: Kleinteile wie Schrauben und Muttern, Werkzeuge und Werkzeugteile, Pfannen, Geräte und Geräte­teile, bis hin zu Grosskonstruktionen. Schwere Objekte werden mit dem Kran eingetaucht und wieder hochgezogen. Im Anschluss an das Zinkbad lässt der Feuerverzinker die Werkstücke an der Luft trocknen und abkühlen. Abschliessend wird überschüssiges Zink mit der Feile oder mit dem Schweissbrenner entfernt.

Das Handwerk des Feuerverzinkers wird heute in der Schweiz als einer von drei Schwerpunkten des Berufs Oberflächenpraktiker erlernt. Die Ausbildung zum Oberflächenpraktiker dauert zwei Jahre und schliesst mit dem Eidgenössischen Berufsattest.

 

[1] Für bessere Lesbarkeit wird nur die männliche Form verwendet.

 

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Literatur

Neukirchen Florian: Von der Kupfersteinzeit zu den seltenen Erden. Eine kurze Geschichte der Metalle, Berlin/Heidelberg 2016.

www.berufsberatung.ch → Eintrag Oberflächenpraktiker/in EBA, abgerufen am 18.11.2017.

 


Gefährdung
Mittlerer Gefährdungsgrad
Verbreitung
ganze Schweiz
Ausführende
keine Angabe möglich
24 Metallerzeugung und -bearbeitung
2443 Erzeugung und erste Bearbeitung von Blei, Zink und Zinn

Formalisierte Aus-/Weiterbildung

Handwerksberuf Ja

Beruf Oberflächenpraktiker/in EBA

Fachrichtung Feuerverzinken

Berufsnummer 42004

Lernende 3

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