Bleicher/in

Durch die Zerstörung der in den Gespinstfasern enthaltenen natürlichen Farbstoffe wird mittels Bleichen ein reines Weiss in den Geweben erzeugt und dies bereits seit Jahrtausenden.

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Insbesondere Leinwand, aus dem sowohl Hemden als auch Bettzeug, Kleider, Waffenröcke, Sattel­decken, Hutbezüge und Paniere hergestellt wurden, genoss im Mittelalter hohe Beliebtheit. Noch höher geschätzt wurde das Leinwandgewebe, wenn es durch Bleichen mittels Licht, Sauerstoff und unter Zufuhr von Michsäure (Peroxid) den unerwünschten beigen Farbton verlor und in einem reinen Weiss leuchtete.

Die Bleicher[1], die sowohl für das Bleichen als auch für das Walken von Leinwandgewebe zuständig waren, stellten im ausgehenden Mittelalter ebenso wie die Färber ein eigenes Handwerk dar. In der heutigen Zeit allerdings fällt das Färben und das Bleichen in den Zuständigkeitsbereich des Textiltech­nologen/-login EFZ mit Fachrichtung Veredlung. „In der Fachrichtung Veredlung bringen Textiltechno­logen Farbe in die Textilien und optimieren die Trag- und Pflegeeigenschaften. Zum Bleichen, Färben, Bedrucken, Appretieren und Beschichten von Fasern, Garnen und Geweben setzen sie Chemikalien ein“ (www. berufsberatung.ch, 2017). Dabei bedienen sie sich sowohl computergesteuerten Maschi­nen als auch diversen Bleichmitteln.

 

[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im weiteren Text nur die männliche Form verwendet.

 

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Literatur

www.berufsberatung.ch → Eintrag Textiltechnologe/-login EFZ, https://berufsberatung.ch/dyn/show/1900?id=7053, abgerufen am 30.06.2017.

Palla Rudi: Verschwundene Arbeit. Das Buch der untergegangenen Berufe, Frankfurt am Main 2010, S. 139-140.

Sauer Christine: Handwerk im Mittelalter, Darmstadt 2012, S. 77-79.

 


Gefährdung
Ausgestorben
Verbreitung
ganze Schweiz
Ausführende
20 - 25
13 Herstellung von Textilien
1330 Veredlung von Textilien und Bekleidung

Formalisierte Aus-/Weiterbildung

Handwerksberuf Nein

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