Besenbinder/in

Beim Handwerk des Besenbinders[1] handelt es sich wie beim Handwerk des Bürstenbinders als auch jenes der Bürstenmacher sowie Pinselmacher um ursprünglich jeweils eigenständige Handwerksbezeichnun­gen. Diese wurden im Verlaufe der Zeit insbesondere aufgrund von Nachwuchsmangel sowie der Entstehung der ersten Bürsten- und Pinselfabriken gegen Mitte des 19. Jahrhunderts und der damit einhergehenden Entstehung kapitalistischer Marktverhältnisse laufend zusammengelegt. Unter der Berufsbezeichnung „Bürsten- und Pinselmacher“ ist das Handwerk seit 1984 lediglich in Deutschland erlernbar, wo es im August 2017 einige Anpassungen hinsichtlich der neunen Möglichkeiten in der Herstellung und der erhöhten Anforderungen im Rahmen der Sicherheit und Nachhaltigkeit erfuhr. Nicht desto trotz zählt das Handwerk des Bürsten- und Pinselmachers sowohl in Deutschland als auch in der Schweiz zu den hoch gefährdeten Berufen bzw. Handwerken.

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Über die frühere Geschichte der Besenbinderei ist allerdings wenig bekannt. Es wird angenommen, dass bereits während der Eiszeit das Bedürfnis nach Sauberkeit bestand. Unter den ersten Reini­gungsgeräten zählen daher Vogel-, Gänsefedern oder große Pflanzenteile. Im alten China, in Ägypten und im Rom der Antike wurden diese ersten „Federwische“ weiterentwickelt und im Mittelalter war das Handwerk des Besenbinders bereits in Mischzünften organisiert (vgl. hierzu auch den Beitrag zum Bürstenmacher/in).

 

[1] Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird im weiteren Text nur die männliche Form verwendet. Alternative Schreibweise: Besenbinderin.

 

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Literatur

Bauer Michaele: Bürstenbinder, in: Reith Reinhold (Hg.): Das alte Handwerk. Von Bader bis Zinngiesser, München 2008, S. 58-60.

www.berufe-dieser-welt.de     → Eintrag Besenbinder, abgerufen am 29.1.2018.

 


Gefährdung
Hoher Gefährdungsgrad
Verbreitung
ganze Schweiz
Ausführende
5 - 10
32 Herstellung von sonstigen Waren
3291 Herstellung von Besen und Bürsten

Formalisierte Aus-/Weiterbildung

Handwerksberuf Nein

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