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Prix Jumelles 2016 – Ausgezeichnet


Prix Jumelles 2016 – Jurybericht
Ausgezeichnet auf dem Ballenberg

Die Jury war erneut beindruckt von der mehrheitlich guten gestalterischen und inhaltlichen Qualität der insgesamt 64 eingegangenen Dossiers für den Prix Jumelles 2016. Die Auswahl fiel auch dieses Mal nicht leicht, umso mehr als überaus viele Bewerbungen aus dem Bereich Keramik/Porzellan eingereicht worden waren.

Nach lebhafter Diskussion nominierte die Jury aus den 54 Bewerbungen für gutes Handwerk – „L’intelligence de la main“ – die folgenden 16 Handwerkerinnen und Gestalter:

  • Caroline Andrin, Keramikerin, Brüssel/B
  • Irene Bernegger, Keramikerin, Bern
  • Thomas Blank, Glasbläser, Bern
  • Esther Brinkmann, Schmuckgestalterin, Biel/BE
  • André Fasolin, Keramiker, Ziefen/BL
  • Marion Geissbühler, Goldschmiedin, Konolfingen/BE
  • Isabelle Jakob-Müller + Barbara Schwarzwälder, Lavabo Lavabelle, Biel/BE
  • Florence Jaquet, Schmuckgestalterin, Enges/NE
  • Thomas Lampert, Kunst- und Bauschmied, Guarda/GR
  • Roger Lindauer + Stefan Reichlin, Schreiner, Steinen/SZ
  • Eva Sarah Lippert, Textilgestalterin, Hohentengen/D
  • Therese Müller, Keramikerin, Zürich
  • Chloé Peytermann, Keramikerin, Genf
  • Regina Thierstein + Markus Elmiger + Anna De Weerdt, TREGER- Hosenträger, Meiringen/BE + Luzern
  • Barbara Turtschi, Handweberin, Gerolfingen/BE
  • Tobias Walker, Möbelschreiner, Flüelen/UR

Der Prix Jumelles 2016 „L’intelligence de la main“ wurde der Goldschmiedin
Marion Geissbühler zugesprochen:

Aufbauend auf dem traditionellen Schweizer Trachtenschmuck versteht es Marion Geissbühler innovativen eigenständigen Schmuck zu gestalten. Das Element des Druckes, unter dem die junge Goldschmiedin als Geschäftsführerin eines kleinen Familien-unternehmens im Generationenwechsel steht, kommt in den neuen Kreationen des gewalzten Schmuckes symbolisch prägnant zum Ausdruck.

Ausgezeichnet wird sie für ihre Arbeiten, die zwischen Respekt vor Tradition und unbekümmerter Jugendlichkeit pendeln. In diesem Spannungsfeld bringt sie überraschend Neues hervor.

Aus den 10 Bewerbungen für gute Vermittlung – „Le transfert du savoir-faire“ – wurden die folgenden 4 Projekte nominiert:

  • Potsfink, Fink Peter, Ependes/FR
  • Swissceramics, Verband Schweizer Keramik, Lynn Frydman-Kuhn, Solothurn
  • Swiss Silk, Ueli Ramseier, Hinterkappelen/BE
  • WollReich, Ruth Brog, Meiringen/BE

Der Prix Jumelles 2016 für „Le transfert du savoir-faire“ ging an „Potsfink“:

Peter Fink versteht sich als spartenübergreifender Keramiker und immer auch als engagierter Vermittler seines Handwerks.

Mit grosser Empathie bildet er als Lehrmeister Keramikerlehrlinge und Praktikanten aus und arbeitet mit professionellen Designern und freischaffenden Künstlern zusammen. Er setzt seine Energie und sein Organisationstalent auch für grosse Gemeinschaftsprojekte ein und beweist damit, dass Teilen sich langfristig immer positiv auswirkt.

Auch dieses Mal standen für beide Kategorien je CHF 10’000.- als Preisgeld zur Verfügung.

Zusätzlich ergab sich für die Nominierten dieses Jahr die Chance, den ersten Prix MAGGS der LOEB AG zu gewinnen.

Der Preisträger erhält die Möglichkeit, seine Arbeiten während sechs Monaten exklusiv in der Micro Galerie im MAGGS Bern, einem der Concept Stores von Loeb, auszustellen. Der Gewinner wird zudem mit einem Preisgeld von CHF 1’000.- unterstützt und erhält Werbeleistungen im Gegenwert von ebenfalls CHF 1’000.-.

Der Prix MAGGS wurde Eva Sarah Lippert verliehen:

Ausgezeichnet wird sie als Weberin, die Unikate schafft, die von Farbigkeit, Lebensfreude, Sinnlichkeit und künstlerischer Freiheit geradezu übersprudeln.

Die sechste Verleihung des Prix Jumelles fand am 3. September 2016 bei schönstem Sommerwetter zum zweiten Mal auf dem Ballenberg, Freilichtmuseum der Schweiz, statt.
Gleichzeitig wurde die Ausstellung mit den nominierten Arbeiten und Projekten in den einzigartigen Räumen des Gutshofes aus Novazzano eröffnet, die bis zum 31. Oktober 2016 dauert.
Pro Helvetia hat diese erneut mit einem namhaften Betrag unterstützt, den wir an dieser Stelle herzlich verdanken.
Zur Ausstellung ist ein Katalog in der Reihe Handwerk (Dokumentation des Kurszentrums Ballenberg) erschienen.

Musikalisch stimmig umrahmt wurde die Feier vom Rämschfädra-Ensemble, welches mit viel Virtuosität Volksmusik auf originelle Weise neu interpretierte.

Swissceramics baute auf dem Vorplatz einen Brennofen auf aus leeren Weinflaschen, die mit Lehm untereinander verbunden wurden. Zum Finale gab der auf 800°C aufgeheizte Ofen nachts ein äusserst spektakuläres Bild ab mit den vom Feuer erglühten unzähligen Flaschenböden.

Die Jury:

  • Meinrad Feuchter, Leiter Gestaltung Loeb AG, Bern
  • Matthias Haupt, Verleger, Bern
  • Adrian Knüsel, Leiter Kurszentrum Ballenberg
  • Ortrud Nicoloff, Galeristin, Yverdon-les-Bains
  • Barbara und Elisabeth Schürer, Co-Präsidentinnen der Fondation Jumelles, Bern
  • Beatrice Tobler, Mitglied der Geschäftsleitung Ballenberg, Freilichtmuseum der Schweiz

3.9.2016